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Spendenkonto Südafrika

Kto. Name: Homesick-South Africa 
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Homesick - International e.V.

Norderende 35

21762 Osterbruch

Deutschland


Info-Hotline: 0700-HOMESICK [0700-46637425]

(Für Homesick in Kapstadt vom
27. Juli 2008 bis 23. Juli 2009)

Auch eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Dieser erste Schritt liegt mittlerweile zwölf Monate zurück und so blicke ich auf meine Zeit bei Homesick. Einer der ersten Volontäre, der bei Homesick ein ganzes Jahr verbracht hat, sammelt viele Impressionen, Lebenserfahrungen und vor allem Menschenkenntnis.

Über meinen letzten Bericht schwirren so viele Gedanken und Empfindungen. Wie ist es gewesen? Welche Erfahrungen habe ich in zwölf Monaten erfahren dürfen?

Natürlich hat mich meine Zeit bei Homesick verändern lassen. In meiner Zeit bin ich über mich selbst hinausgewachsen. Vieles durfte ich neu erlernen, wahnsinnig selbstständig arbeiten und versuchen Gesamtzusammenhänge zu erkennen und Basics der Sozialen Arbeit zu verstehen. Außerdem durfte ich für mich wichtige Menschen auf meinem Weg begegnen und kann es diesen verdanken, mich so sehr gefördert und unterstützt zu haben.

Müsste ich meine Zeit hier in einem Wort zusammenfassen würde ich das Wort ,,Extrem‘‘ wählen. Die Stadt, das Land, die Menschen, die Kollegen und mich selbst habe ich sehr extrem empfunden. Reich und Arm liegen sehr extrem beieinander, die sehr armen Menschen und dennoch scheinbar so fröhlich. Das Zusammenleben in einem Haus ohne Privatsphäre mit immer den gleichen Menschen ist ebenso eine sehr extreme Erfahrung. So entstand zwischendurch immer wieder die Sehnsucht nach Balance und einem ,,eigenen Leben‘‘.

Im Team auf so unterschiedliche Charaktere zu treffen, mit diesen zusammen zu leben, zu arbeiten und sogar die Freizeit miteinander zu teilen ist vor allem nach einigen Monaten nicht immer einfach und mit Abstand das Schwierigste.

Das Besondere und gleichzeitig ungewöhnliche an Homesick ist, dass jeder einzelne Volontär die Professionalität und die Resultate mitgestaltet. Somit spiegelt Homesick als Organisation die eigene Leistung wieder und kann immer nur so gut sein wie das jeweilige Team.  So erlebte ich in zwölf Monaten, mit ganz unterschiedlichen Teams, die Organisation immer wieder anders.

Von Geduld, Gelassenheit, Witz, Traurigkeit, Verantwortung, Strenge, bis hin zu Ernsthaftigkeit. Mir ist eines ganz klar geworden in der Arbeit mit Volontären, Kindern und Jugendlichen: Ohne klare Strukturen funktioniert Soziale Arbeit nicht. Die Balance die ich hier gefunden habe und die nur für mich und nur hier funktioniert, haben mich dazu bewegen lassen, meine Motivation beizubehalten und Ehrgeiz zu entwickeln. Die Zeit, die ich hier erleben durfte, habe ich sehr genossen und möchte diese nicht mehr missen.

Bei Homesick als Volontär tätig zu sein erfordert tatsächlich eine hohe Motivation. Ich selbst bin mit der Frage hierher gekommen, warum man Dinge tut, die man tut? Diese Frage hat mich tatsächlich ein ganzes Jahr begleitet und nun glaube ich sogar, zur Antwort gekommen zu sein. Man sollte die Bereitschaft mitbringen, Dinge zu tun, weil man die Dinge die man tut liebt. Ich hatte die Möglichkeit meinen Beruf lebendig zu machen und diesen zu leben. Die Frustration und Machtlosigkeit ist in vielen Bereichen sehr hoch. Denn Themen wie unsere Jungs, Volontäre, Projektverläufe oder einfach nur Homesick waren allgegenwärtig. Es war wichtig an seiner Motivation festzuhalten und an sich selbst und eigene Kraft zu glauben.

In der Arbeit mit unseren Jungs tragen wir alle eine große Verantwortung und ließen mich in der Betreuung oft an meine eigenen Eltern denken und oftmals auch gleich handeln. Auch in der Erziehung und Betreuung ist es schwierig, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, gerade weil wir als ,,Deutsche‘‘ nur vom Rande aus begleiten können. Dennoch konnten wir tatsächlich nachhaltig und sichtbar das Leben eines Menschen verändern. Darüber bin ich sehr stolz und die Arbeit und Mühen haben sich gelohnt.

Volontäre kommen und gehen und jeder ist ersetzbar. Daher sollte jeder seine Zeit nutzen. Denn nur in dieser Zeit hat man die Kraft und vor allem den Einfluss, die Dinge zu verbessern und nachhaltig für die Organisation etwas zu schaffen. Wenn ich heute nach zwölf Monaten durch die Zimmer und den Flur gehe, sehe ich die Veränderung in kleinen Dingen und bin für meinen Teil sehr zufrieden und stolz, tatsächlich etwas hinterlassen und verbessert zu haben.

Somit schließe ich meinen letzten Bericht von insgesamt über 52 Wochenberichten.

In diesem Sinne: Nichts passiert ohne Grund!



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