Erfahrungsbericht von Sarah R. PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 14:22 Uhr

Das erste was ich gedacht habe, als ich nach einem Jahr Südafrika wieder in Deutschland ankam, war, „wieso lacht hier denn niemand???“ Egal, wo man in Kapstadt und Umgebung hinkommt, man wird grundsätzlich mit einem Lächeln und „Hey, wie geht’s“ begrüßt.

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Die Freundlichkeit, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft, gerade bei den armen Menschen, hat mich sehr beeindruckt.

Es ist nun schon einige Wochen her und ich habe mich in Deutschland wieder gut eingelebt. Dennoch denke ich noch oft an die Zeit bei Homesick zurück. Vor allem an die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.

Als Kind war es mir lange nicht bewusst, dass ich selber für meine schulische und berufliche Zukunft verantwortlich bin. Daher mussten mich meine Eltern immer motivieren und zum Lernen „zwingen“. Dieses „Glück“ haben viele der Kinder, mit denen Homesick arbeitet, nicht. Deren Eltern sind oftmals nicht in der Lage, ihrer Verantwortung nachzukommen oder interessieren sich schlichtweg nicht für die Bildung ihrer Kinder. Bis sie dann irgendwann verstehen oder einsehen, dass sie nur mit einem vernünftigen Schulabschluss eine reale Chance im Leben haben, ist es oftmals schon zu spät.
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An dieser Stelle versucht Homesick einzuspringen, um den Kindern und Jugendlichen klar zu machen, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssen. Gemeinsames Lernen, Hilfe bei Behördengängen, Lehrergespräche und ständiges Motivieren der Kinder sind nur ein paar Aufgaben der Volontäre. Diese sind ganz sicher nicht immer einfach und man braucht sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Sieht man dann jedoch, wie die Kids nach monatelangem Pauken eine Schulklasse weiter kommen oder am Ende sogar ihr Abitur schaffen, ist man umso stolzer und glücklicher, dass man diesen Menschen ein Stück weit bei der Meisterung ihres beschwerlichen Lebens helfen konnte. sarah1

Auch wenn ich manches Mal gedacht habe, meine Arbeit bei Homesick ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Für die Menschen, die sich durch meine Hilfe und die der anderen Volontäre, eine wirkliche Chance auf ein besseres Leben erarbeitet haben, kann dieser Tropfen eine lebenswerte und sorgenfreie Zukunft bedeuten. Deswegen haben sich das Jahr und die harte Arbeit definitiv gelohnt.

Aber auch mir selbst hat die Zeit in Südafrika eine Menge gebracht. Die vielen Erfahrungen, sowohl positiv als auch negativ, haben mich geprägt und reifen lassen. Ich habe es nie bereut, nach Afrika zu fliegen und für Homesick gearbeitet zu haben. Im Gegenteil, ich bin sehr dankbar für jede Sekunde, die ich in diesem beeindruckenden und wunderschönen Land sein durfte. Ich habe hier durch die Arbeit, den Kindern, meinen Kollegen und Freunden sehr viel über mich selbst, andere Menschen und das Leben gelernt. Für diese Bereicherung, die man sich für kein Geld der Welt kaufen kann, bedanke ich mich ganz herzlich bei allen, die daran beteiligt waren. Homesick wünsche ich viel Kraft, Freude und Erfolg bei der Arbeit und freue mich auf ein Wiedersehen.